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Landesmuseum Württemberg Objekte, die mit Lotto-Mitteln erworben wurden

Objekte, die mit Lotto-Mitteln erworben wurden

Dank der Unterstützung durch Lotto-Mittel konnte das Landesmuseum Württemberg bisher viele wichtige Objekte erwerben. Eine Auswahl dieser Werke finden Sie hier.

[ 59 Objects ]

Die Skulptur stellt Psyche, die schöne Geliebte des Gottes Amor, dar. Auf dem Rücken trägt sie Schmetterlingsflügel (im Altgriechischen ist „Psyche“ das Wort für die menschliche Seele wie auch für Schmetterling). Etwas verborgen trägt sie das Gefäß mit der Schönheitssalbe der Göttin der Unterwelt, das sie der Liebesgöttin Aphrodite bringen soll. Ludwig von Hofer, in Rom Mitarbeiter von Bertel Thorvaldsen (1770–1844), wurde nach seiner Rückkehr nach Stuttgart Hofbildhauer König Wilhelms I. Dieser ließ sein Schloss Rosenstein mit Marmorskulpturen ausstatten, zu denen auch eine größere Fassung dieser „Psyche“ gehörte (verschollen). Die Figur von 1835 könnte die Erstfassung sein. Hofer schuf eine große Zahl von Skulpturen, die bis heute das Stuttgarter Stadtbild prägen, z.B. das Reiterstandbild „Herzog Eberhards im Barte“ im Alten Schloss und viele mehr.
[Olaf Siart]

Marmorskulptur der „Psyche“

Eine stehende, nackte Frau dreht sich leicht zur linken Seite und schreibt mit einem zu ergänzenden Griffel auf ein Täfelchen, das sie in der Hand hält. Den Schreibutensilien nach zu schließen, ist Kalliope, die Muse der Beredsamkeit, dargestellt. In Hederichs Mythologischem Lexikon von 1770 heißt es, dass ein Fürst sein Volk durch ihren Beistand ganz ohne Gewalt beherrschen könne. Einem guten Regenten sollte die Muse deshalb stets zur Seite stehen. Insofern passte die kunstvoll gearbeitete Statuette der Kalliope hervorragend in die Kunstkammern jener fürstlichen Sammler, für die Leonhard Kern gearbeitet hat.
Die qualitätvolle Aktdarstellung führt das Können des Bildhauers vor. Der Stand und die Drehung der Figur sind bis in die feinste Nuance hinein stimmig vorgetragen. Die Sicherheit und Natürlichkeit, mit der die üppige Frau auftritt, lässt die kleine Statuette geradezu monumental wirken.
Erworben aus Lotto-Mitteln.
[Fritz Fischer]

Die Muse Kalliope

Dieser Damenmantel aus der Produktion der Künstler- und Kunsthandwerker-Vereinigung "Wiener Werkstätte" erscheint durch seine einfache Form und den geraden, engen Schnitt zunächst schlicht. Extravagant wird er für den Kenner durch die asymmetrische Schließung und vor allem durch die komplizierte Musterung des verarbeiteten Wollstoffs. Dessen geometrisch streng wirkendes Karomuster wird durch einen unregelmäßigen Farbwechsel in der Mittelpartie des Mantels unterbrochen. Diese Farbverläufe entstehen durch eine Manipulation der Kettfäden: Sie werden jeweils doppelt genommen und in Schlaufen aneinander gehängt. Indem man zwei Fäden in unterschiedlichen Farben wählt, entsteht auf der Gesamtlänge des Gewebes ein Farbwechsel in den Kettfäden. Diese auffällige Arbeit erregte nicht nur in Wien Aufsehen. Einer der Mäntel wurde auch von einem Geschäftmann aus Stuttgart für seine Frau bestellt.
Erworben aus Toto-Lotto-Mitteln.
Der Mantel wird im Depot aufbewahrt.
[Martin Labisch]

Damenmantel

Immer wieder werden Kleidungsstücke aus der Welt der Arbeit in die der Mode übernommen. Diese Aneignungen waren auch in früheren Jahrhunderten üblich. So verweist der helle Herrenmantel schon mit seiner historischen Bezeichnung auf seine Vorbilder, war doch "Carrick" der auf einen Kutscher zurückzuführende englische Name einer Kutsche. Und an Kutschermänteln, deren mehrlagige, große Schulterkrägen den Kutschern Schutz vor Wind und Regen bieten sollten, hat man sich auch bei diesem eleganten Reisemantel orientiert. Der funktionale Aspekt der schützenden Krägen aber ist hier zu einem dekorativen Gestaltungselement geworden: Baumwollpiqué ist weder wärmend noch wasserabweisend.
Später entstand aus dem Carrick der Staubmantel, der Schutz beim Sitzen auf einem Pferd, einem Kutschbock oder heutzutage auf einem Motorrad verspricht.
Erworben aus Toto-Lotto-Mitteln.
Der Mantel ist im Modemuseum im Schloss Ludwigsburg ausgestellt.
[Martin Labisch]

Mantel - Carrick

Der Knabenanzug ist in der Zeit der Französischen Revolution, in einer Epoche auch modischer Umbrüche entstanden. Der Rock in Form eines Justaucorps entspricht noch ganz den Traditionen, wonach Kinderkleidung dem Vorbild der Erwachsenenmode zu folgen hatte. Mit der Hose aber scheinen sich schon revolutionäre Tendenzen anzukündigen: Es ist keine Kniehose mehr, also keine Culotte, sondern fast schon eine lange Hose, wie sie sich dann in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts als verbindliches Kleidungsstück für den Mann durchsetzten sollte.
Erworben aus Toto-Lotto-Mitteln.
Der Anzug ist im Modemuseum im Schloss Ludwigsburg ausgestellt.
[Martin Labisch]

Knabenanzug

Die Robe à l’anglaise, das Kleid nach englischer Art, verbreitete sich ab etwa 1770 von England aus zunächst über Frankreich, später in ganz Europa, und löste allmählich die Robe à la française als beliebteste Kleidform ab. Dieses Damenkostüm fällt durch die außergewöhnlich schöne Bemalung des Stoffes auf. Das Muster zeigt wellig geführte Ranken mit Blüten und Blättern, zwischen welchen die einzelnen Streublumen besonders gut zur Geltung kommen. Eine stilvolle Robe also, die von modischen Damen zur Zeit von Marie Antoinette begeistert aufgenommen wurde, ist sie doch deutlich bequemer und kleidsamer als die bis dato dominierende französische Kleidform.
Erworben aus Lotto-Mitteln.
Das Kleid ist im Modemuseum im Schloss Ludwigsburg ausgestellt.
[Martin Labisch]

Damenkleid (Robe à l’anglaise)

Diese Möbelgarnitur stand im Arbeitszimmer der herzoglichen Wohnung Weras im Akademiegebäude. Außer dem Schreibtisch und Stühlen umfasst das Ensemble einen Spiel- und Klapptisch, zwei kleine Achtecktische, einen Schreibsessel, einen Glas- und Stollenschrank sowie einen Ofenschirm. Diese persönlichen Wohngegenstände sind mit ihren historistischen Formen ganz im Geschmack der Zeit ausgearbeitet.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Möbel der Herzogin Wera von Württemberg

Der für den König gefertigte, dreiteilige Jagdanzug wurde ganz auf seine Verwendung abgestimmt: aus einem strapazierfähigen Tuch in gedecktem Grün gefertigt, bietet die hochgeschlossene Jacke zahlreiche Außen- und Innentaschen sowie eine mit D-Ring versehene Halterung für den Hirschfänger. Die Hose wird durch Stege in Form gehalten. Angemessen für die Jagd sind auch die unauffälligen Knöpfe: kein reflektierendes Metall, sondern dunkelgrünes Galalith. Wie die Applikationen auf den Kragenecken sind auch sie mit dem "W" unter der Königskrone verziert.
Im Beitrag "Der König als Weidmann" in der postum erschienenen Publikation "Wilhelm II., Württembergs geliebter Herr", das zur Erinnerung an seinen 80. Geburtstag herausgegeben wurde, ist auf Seite 251 ein 1914 von König Wilhelm II. signiertes Foto wiedergegeben, auf dem er diesen Jagdanzug - oder ein identisches Exemplar - trägt. Komplettiert wird das schlichte Gewand durch ein weißes Hemd, eine dunkle Krawatte, helle Handschuhe und den in dieser Zeit noch obligatorischen Hut.
Der Jagdabzug wurde aus Lotto-Mitteln erworben.
[Rainer Y]

Jagdanzug König Wilhelms II.

Das dekorative Gängelband "erzählt" von der Kindererziehung im 18. Jahrhundert. Exemplare dieser Art haben sich sehr selten erhalten. Zwar ist im heutigen Sprachgebrauch das Bild "jemanden am Gängelband führen" noch üblich, die Vorstellung davon, worauf es zurückgeht, vermitteln aber nur noch - die Museen.
Es ist weder bekannt, wo dieses Gängelband gefertigt wurde, noch wo es verwendet worden ist.
Erworben aus Lotto-Mitteln.
Das Gängelband ist im Modemuseum im Schloss Ludwigsburg ausgestellt.
[Rainer Y]

Gängelband

Um 1700 begann man in Europa Seidenstoffe mit völlig neuartigen Mustern zu weben. Die skurrile Kombination der Dekore aus ornamentalen Phantasiegebilden, Blumen und amorphen Formen führte dazu, dass die Gruppe dieser heute höchst modern wirkenden Stoffe in der Forschung als "Bizarre Seiden" bezeichnet wurden. Gewebe in dieser Musterung sind gesuchte Sammlerstücke, daraus gefertigte Kleidungsstücke eine große Seltenheit. Mit dem auffälligen Muster und den kräftigen Farben führt uns die Hose vor Augen, wie sehr wir heute bei der Beurteilung von gesellschaftlich angemessener Herrenkleidung von den geschlechtsspezifischen Einteilungen ausgehen, die sich im 19. Jahrhundert etabliert und zu einem äußerst reduzierten Formen- und Farbkanon geführt haben.
Erworben aus Lotto-Mitteln.
[Rainer Y]

Culotte

Darstellungen von sogenannten Koren (von griechisch "Kore" - Mädchen) waren in der archaischen Zeit Griechenlands (circa 700 bis 500 vor Christus) sehr beliebt. Entweder aus Marmor, Bronze oder aber wie hier aus Ton, dienten sie als Weihgeschenke. Koren sind als reich bekleidete junge Frauen mit aufwändiger Frisur dargestellt. Ihr männliches Pendant, der sogenannte Kouros, ist dagegen immer nackt.
Die hier abgebildete Kore stammt angeblich aus einem Grabfund in Kleinasien. Datiert wird sie in die spätarchaische Zeit.
Erworben aus Lotto-Mitteln.
[Nina Willburger]

Terrakotta eines stehenden Mädchens (Kore)

Den Pfeilerbehang hat Heinrich Sperling als Parodie auf Otto Eckmanns (1865-1902) berühmten Wandbehang "Fünf Schwäne" entworfen, dem er in Größe und Aufbau entspricht. Statt Schwänen sind hier drei Bulldoggen - und im Hintergrund zwei Terrier - auf geschwungenem Weg zu sehen. Mit den feisten Bulldoggen zitiert Sperling das von Thomas Theodor Heine (1867-1948) für die satirische Zeitschrift "Simplicissimus" entwickelte, aggressive Wappentier. Damit stellt er den schöngeistig elegischen Schwänen Eckmanns die politisch kritische Variante gegenüber.
Im Auftrag von Friedrich Alfred Krupp (1854-1902) sind zehn Exemplare dieses Teppichs gewebt worden. Einer dieser Behänge konnte 1996 als Gegenstück zu dem in der Sammlung des Landesmuseums bereits vorhandenen Teppich "Fünf Schwäne" mit Lotto-Mitteln erworben werden.
Der Wandbehang wird im Depot des Landesmuseums aufbewahrt.
[Rainer Y]

Wandbehang "Fünf Möpse"

Im Jahr 1925 war keine Teilnahme des Deutschen Reiches an der großen Art Déco- Ausstellung in Paris möglich, da die Ausschreibung zu spät eintraf, um einen Hauptausstellungsraum zu organisieren. Dafür wurde der Zierschrank nach den Entwürfen von Bernhard Pankok auf der Mostra Internationale in Monza (Italien) 1925 ausgestellt. 1927 war er ebenfalls auf der Jubiläumsausstellung der Stuttgarter Kunstgewerbeschule zu sehen, bevor in den Privatbesitz von Bernhard Pankok überging. Von dessen Tochter konnte das Landesmuseum Württemberg den Schrank mit Lotto-Mitteln erwerben.
[Katharina Küster-Heise]

Zierschrank Monza, Palisanderschrank mit Intarsien

Mit der Statuette des sitzenden Johannes, der am Gewand aus Kamelfell mit Ledergürtel und der Muschel kenntlich wird, erweist sich Leonhard Kern als hochmoderner Künstler. Die realistische Wiedergabe eines Aktes, dem ein intensives Studium nach dem lebenden Modell zugrunde liegt, war erst wenige Jahre vorher auf den Akademien in Rom und Bologna aufgekommen. Kern, der sich ab 1604 vier Jahre in Italien aufgehalten hatte, setzte diese Sichtweise in seiner Skulptur bereits um. Motivisch geht die Statuette auf ein Gemälde des Manieristen Angelo Bronzino (1503-1572) zurück. Dieses Vorbild verarbeitete Kern souverän: Er macht aus dem sich geziert bewegenden Schönling Bronzinos einen selbstbewusst auftretenden jungen Prediger, der sein Gegenüber eindringlich anzureden scheint. Auch in der Heiligenauffassung geht Kerns Figur auf zeitgenössische italienische Vorbilder zurück, denn der Typus des agilen, gerade dem Jungenalter entwachsenen Täufers erinnert stark an entsprechende Darstellungen von Annibale Carracci (1560-1609) und Caravaggio (1573-1610).
Erworben mit Lotto-Mitteln
[Fritz Fischer]

Johannes der Täufer

Die bauchige Vase aus mattem Bergkristall mit kleinem, leicht eingezogenen Fuß und einem flach gewölbtem Deckel mit konkavem Ansatz, zeigt das Motiv dreier spielender Kinder mit einem Baum und vier Vögeln vor einer stilisierten Landschaft. Auf dem Deckel ist ebenfalls ein sitzendes Kind mit Vogel dargestellt.
Die für Wilhelm von Eiff typische Technik des Hochschnitts ist an der erhabenen, reliefartigen Oberfläche zu erkennen und verleiht der Vase einen modernen, flächigen und kantigen Stil, der durch die Reduzierung der Formen unterstützt wird. In dieser idyllischen Szenerie, dem Motiv der spielenden Kinder mit Vögeln, zeigt sich ein Idealbild des Menschen, wie er als ein unschuldiges Kind im Einklang mit Flora und Fauna lebt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.
[Marlene Barth]

Deckeldöschen "Spielende Kinder"

Emmy Roth war eine der ersten Industriedesignerinnen in der Silberbranche. In ihrer eigenen Werkstatt fertigte sie Schmuck, Besteck, Gebrauchsgeräte und jüdische Ritualgegenstände. Das aus Silber gefertigte Teeservice der Silberschmiedin ist das einzige bekannte vollständig erhaltene Service dieser Art. Teekanne, Rahmkanne, Zuckerdose und Tablett illustrieren Roths sachliche Formensprache und ihre Vorliebe für die Verwendung von natürlichen Materialien in besonderer Weise. Weil Silber ein wärmeleitendes Material ist, erfüllen die Elfenbein-Knäufe nicht nur ästhetische Ansprüche, sondern schützen auch vor Hitze.
In der Sammlung des Landesmuseums befinden sich noch eine weitere formidentische Teekanne und eine Rahmkanne der Künstlerin.
Erworben mit Lotto-Mitteln.
[Marie Rücker]

Teeservice aus Silber, gefertigt von Emmy Roth

Die Alabasterbüste zeigt den für seine Schönheit bekannten Antinoos. Er war ein Günstling und wohl auch der Geliebte Kaiser Hadrians (reg. 117-138 n. Chr.). Nach seinem frühen Tod – er ertrank im Nil – wurde ihm eine weitreichende Würdigung zuteil: Der Kaiser ließ nahe der Unglücksstelle die Stadt Antinoopolis errichten, ein Stern wurde nach ihm benannt und Antinoos wurde zum Heros erhoben. Die Büste entstand nach seinem Tod.
Erworben mit Lotto-Mitteln.
[Nina Willburger]

Büste des Antinoos

Nachdem der römische Senat Nero 68 n. Chr. als hostis, als Staatsfeind, erklärt und über ihn die damnatio memoriae verhängt hatte, wurde sein Andenken auch bildlich getilgt. Zu den vielen Porträts des Kaisers, die in Bildnisse seiner Nachfolger umgearbeitet wurden, zählt dieses Marmorporträt des Kaisers Domitian (reg. 81–96 n. Chr.), das zum Einsetzen in eine Büste vorgesehen war. Mit Domitians gewaltsamem Tod 96 n. Chr. endete die von seinem Vater Vespasian (reg. 69–79 n. Chr.) begründete flavische Dynastie. Erworben aus Lotto-Mitteln.
[Sabrina Feickert]

Marmorporträt des Domitian aus einer umgearbeiteten Büste des Nero

Die Porträtbüste zeigt Nero Iulius Caesar Germanicus (Nero Germanici). Als Sohn des großen Feldherrn Germanicus und Adoptivenkel des Tiberius war er als Thronanwärter bestimmt, wurde aber einer angeblichen Verschwörung bezichtigt und von Kaiser Tiberius auf eine der Pontischen Inseln verbannt, wo er verhungerte. Nero Caesar schließt in seinen Porträtdarstellungen an die Bildnistradition der iulisch-claudischen Familie an, einzig der Backenbart weicht davon ab.
Erworben aus Lotto-Mitteln.
[Nina Willburger]

Büste des Nero Iulius Caesar Germanicus, 20/25 nach Christus

Reliefverzierte Marmorsarkophage setzten sich ab dem 2. Jahrhundert nach Christus als Hauptbestattungsform in Rom durch. Dieser Sarkophag für ein Kind zeigt die Totenklage am Totenbett im Beisein des Gottes Mercur, der die Verstorbenen in die Unterwelt führte, sowie Szenen aus dem kurzen Leben des Knaben. Der Junge ist zudem lagernd auf dem Deckel dargestellt.
Erworben mit Lotto-Mitteln.
[Nina Willburger]

Römischer Sarkophag

Ab dem 6. Jahrhundert vor Christus findet sich ein breites Gefäßspektrum in griechischen Gräbern. Dabei hatten die Bilder auf diesen sogenannten Vasen eine übergeordnete Bedeutung. Auf dieser attischen Amphora des Tyskiewicz- Maler ist der Abschied eines Kriegers von seiner Frau dargestellt. Dies sollte an den ruhmreichen Tod auf dem Schlachtfeld, aber auch an die Möglichkeit des eigenen Todes erinnern.
Erworben aus Lotto-Mitteln.
[Nina Willburger]

Attische Bauchamphora mit der Darstellung eines Abschied nehmenden ...

Im etruskischen Grabkult war die bildliche Abbildung der Ahnen und damit die Hervorhebung der Familie von großer Bedeutung. Anthropomorphe Urnen mit menschlichen Köpfen oder Gliedmaßen standen als Sinnbild für den Verstorbenen, der durch den angedeuteten Thron heroisiert und gleichzeitig als Teilnehmer am Totenmahl im Kreise seiner Vorfahren gesehen wurde. Bei diesem Beispiel wurde der Kopf als Deckel auf den Hals des Aschegefäßes gesetzt. Zwei Durchbohrungen über dem Nacken dienten wohl zur Befestigung eines Zopfes aus anderem Material, wodurch die schematisch dargestellte Physiognomie und Haartracht des Verstorbenen in gewissem Maße individualisiert werden konnte.
Erworben mit Lotto-Mitteln.
[Nina Willburger]

Etruskische Urne auf Kalksteinthron

Um 500 vor Christus liebten griechische Vasenmaler Themen aus der Palästra (Stadion): die neu entwickelte rotfigurige Technik ermöglichte genauere anatomische Studien nackter Körper als die ältere schwarzfigurige Malweise. Im Innenbild der Stuttgarter Duris-Schale zeigt der Athlet schöne Details: schwarz umrandete Brustmuskeln, hellroten Sägemuskel, dazu den Versuch, die Körperdrehung des Diskuswerfers zu erfassen. Der Malersignatur "ΔΟRIS EΓRAΦSEN" - "Duris hat (sie) gemalt" neben der rechten Ferse des Athleten folgt das Lob eines Knaben "der Knabe ist schön". Duris hat oft mit dem Töpfer Python zusammen gearbeitet. Formvergleiche der Fußprofile zeigen, dass er auch diese attische Kylix (Trinkschale) getöpfert hat.
Erworben mit Lotto-Mitteln.

Attische Trinkschale mit Sportdarstellungen

Herakles, einer der beliebtesten Heroen der Antike, musste zahlreiche Abenteuer bestehen. Als dem Sohn des Zeus und einer Sterblichen in Delphi einst ein Orakel verweigert wurde, stahl er den Dreifuß des Apoll mit der Absicht, ein eigenes Heiligtum zu gründen. Zeus trat als Schlichter ein: Herakles gab den Dreifuß zurück und erhielt im Gegenzug den Orakelspruch. Die Hydria zeigt Herakles, den Dreifuß fest in der Hand haltend im Begriff davon zu eilen, während Apollon versucht, ihn daran zu hindern. Der Gott wird durch seine Schwester Artemis unterstützt, Herakles dagegen steht die Göttin Athene zur Seite, die ihn von Geburt an beschützt hatte. Wie in der Vasenmalerei der Zeit üblich ist die Haut der weiblichen Gottheiten weiß, die der Männer schwarz gehalten.
Erworben mit Lotto-Mitteln.
[Nina Willburger]

Attische Hydria mit dem den Dreifuß stehlenden Herakles, um 510 v. ...