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Landesmuseum Württemberg Schausammlung "Wahre Schätze. Antike • Kelten • Kunstkammer"

Schausammlung "Wahre Schätze. Antike • Kelten • Kunstkammer"

Die neue Schausammlung "Wahre Schätze" präsentiert seit Mai 2016 im Alten Schloss Kunstwerke der antiken Hochkulturen des Mittelmeerraumes, wertvolle keltische Funde der Frühzeit Europas sowie ausgewählte Kostbarkeiten aus der Kunstkammer der Herzöge von Württemberg. Hier finden Sie eine Auswahl der ausgestellten Objekte.

[ 814 Objects ]

Nach der Schlacht von Actium 31 vor Christus wurde eine Gruppe von Münzen geprägt, die auf der Rückseite Siegesmonumente zeigen. Dazu gehört dieser Denar, der auf dem Revers ein Tropaion, ein aus Waffen bestehendes Siegesmal, zeigt, welches auf einem Schiffsbug steht und, durch Anker und Ruder näher charakterisiert, auf einen Seesieg verweist. In der Forschung ist die Frage umstritten, ob es sich bei dem Tropaion um ein Denkmal für den Sieg bei Actium oder bei Naulochos handelt. Ein ähnlich aussehendes Siegesmonument wird auf einem anderen Denar des Augustus in einem Tempel der Diana gezeigt und verweist auf Naulochos.
[Kathleen Schiller]

Denar des Augustus mit der Darstellung eines Tropaion auf einem ...

Die auf einem Schiffsbug stehende Siegesgöttin Victoria hält in der rechten Hand einen Kranz, mit dem sie den Sieger bekränzen wird. Den Sieg hat Octavian errungen, und zwar in der Seeschlacht bei Actium 31 vor Christus, als der Adoptivsohn Caesars seinen Gegenspieler Marc Anton bezwang und so den Bürgerkrieg beendete. Octavian ist auf der Rückseite bei dem Triumph dargestellt, den er aus diesem Anlass in Rom feiern konnte. Er steht in einer Quadriga und hält einen Siegeszweig.
[Kathleen Schiller]

Denar des Augustus mit Darstellung einer Victoria auf einem ...

Paul Victor von Bruns (1812-1883) war ein deutscher Chirurg. 1843 wurde er als Professor der Chirurgie an die Universität Tübingen berufen, wo er besondere Erfolge als Facharzt für Kehlkopfkrankheiten erzielte. Er entwickelte die Bruns´sche Watte, einen hygienischen und saugfähigen Verband, und verbesserte so die Wundversorgung.

Die Medaille zeigt auf der Vorderseite ein Brustbild Victor von Bruns nach rechts. Die Rückseite zeigt eine siebenzeilige Inschrift in Lorbeerkranz.

Die Erfassung dieser Medaille wurde durch den Numismatischen Verbund in Baden-Württemberg gefördert.
[Katleen Schiller]

Medaille auf Victor von Bruns

Das Reiterstandbild zeigt einen Heerführer mit Halskrause und Feldherrnmantel, der in der rechten Hand ursprünglich den heute verlorenen Kommandostab hielt und mit der linken das trabende Pferd am Zügel führt. An seiner linken Hüfte trägt er ein Schwert. Die Statuette stellt wohl keine Replik einer bestimmten antiken Vorlage dar, denn in der Ausführung sind einige Mängel zu erkennen: Die Wiedergabe der unterschiedlichen stofflichen Qualitäten der Kleidung bleibt schematisch und wirkt wie etwa die Verbindung von Halskrause und Rüstung unmotiviert. Zudem sitzt der Feldherr ohne Sattel lediglich auf einer Decke und zieht regelwidrig die Absätze nach oben.
[Fritz Fischer]

Reiterstatuette, Bronze, Anfang 17. Jahrhundert

Mit der Entdeckung der Via Orientalis 1498 erschloss der Seefahrer Vasco da Gama (1469-1524) den maritimen Zugang nach Indien. Zunächst unter portugiesischer Vormacht, später dann mit britischem, französischem und holländischem Einfluss, eröffneten sich Handelsrouten nach Indonesien, China und Japan. Auf diesen Wegen kamen viele exotische Objekte des asiatischen Raumes in die europäischen Kunstkammern und übten eine starke Faszination aus.

Schälchen, Jade, China, 17./18. Jahrhundert

Die bewegte Geschichte der Kunstkammer spiegelt sich u. a. in ihren Objekten wider. Einige überstanden Kriege und wurden nach Straßburg "geflüchtet"; wie durch ein Wunder sind sie trotz hoher Fragilität noch erhalten. Andere waren Erinnerungen an erfolgreiche Jagden oder heldenhafte Ereignisse. Aber auch von Mord und Liebe zeugen sie oder standen symbolisch für die Sammelleidenschaft des jeweiligen Herzogs.

Jaspisschale, 16. Jahrhundert

Die bewegte Geschichte der Kunstkammer spiegelt sich u. a. in ihren Objekten wider. Einige überstanden Kriege und wurden nach Straßburg "geflüchtet"; wie durch ein Wunder sind sie trotz hoher Fragilität noch erhalten.
Die flache, schlankovale Schale ruht auf einem ovalen, flach gewölbten, in der Mitte stark erhöhten Fuß, der am Rand mit einem kleinen Blattkranz aus vergoldetem Silber gefasst ist. Den flach gewölbten Deckel zieren ein hochstehender Blattkranz und ein etwas übergreifendes Wellenbandornament aus vergoldetem Silber. Oben auf dem doppelkonischen Blütensockel steht eine allegorische Frauengestalt mit in die Hüfte gestemmtem Buch und einem in Schlangenlinien zur Seite wehenden Tuch. Eventuell stellt sie das Sinnbild des Mottos " Amor ne se peut celer" dar - Die Liebe lässt sich nicht verbergen.

Fußschale mit Deckel, Hans Kobenhaupt (nachweisbar ab 1601/09-1623), ...

Objekte kamen auf den unterschiedlichsten Wegen in die württembergische Kunstkammer. Neben Erbschaften waren Ankäufe, wie 1670/71 beim Steinschneider Johann Daniel Mayer, bedeutend.
Die spitzoblonge Trinkschale in Muschelform aus grasgrünem Prasem mit einem Balusterschaft aus Heliotrop ruht auf einem Fuß aus Nephrit. Der Korpus der Muschel ist mit einem Schnittdekor überzogen, das in einem Delfinmaskaron am Schalenrand endet. Diese Fußschale kam 1670/71 in die Kunstkammer.
[Katharina Küster-Heise]

Trinkschale, Johann Daniel Mayer (nachgewiesen 1662-1675), Augsburg, ...

Die Wiedereinrichtung der Kunstkammer nach dem Dreißigjährigen Krieg war stark geprägt von der Erbschaft der Sammlung Guth von Sulz. 1653 ging die in der Zeit um 1600 zusammengetragene Guthsche Kollektion in den Besitz Herzog Eberhards III. (reg. 1633-1674) über. Damit wandelte sich der Charakter der herzoglichen Kunstkammer: Während zuvor der Schwerpunkt auf repräsentativen Pretiosen lag, erhielt sie nun eine inhaltlich breitere Ausrichtung.

Doppelpokal aus Halbedelstein, Anfang 17. Jahrhundert

Die Wiedereinrichtung der Kunstkammer nach dem Dreißigjährigen Krieg war stark geprägt von der Erbschaft der Sammlung Guth von Sulz. 1653 ging die in der Zeit um 1600 zusammengetragene Guthsche Kollektion in den Besitz Herzog Eberhards III. (reg. 1633-1674) über. Damit wandelte sich der Charakter der herzoglichen Kunstkammer: Während zuvor der Schwerpunkt auf repräsentativen Pretiosen lag, erhielt sie nun eine inhaltlich breitere Ausrichtung.

Doppelpokal aus Halbedelstein, Anfang 17. Jahrhundert

Dieser Anhänger in Form einer Hand hält ein grün emailliertes Kleeblatt zwischen den Fingern. Ein Fingerring mit rotem Stein und eine Filigranmanschettenkrause ziert das Händchen.
Ambra wurde im 16. Jahrhundert als kostbare Substanz für die Parfümherstellung verwendet, gleichzeitig assoziierte man mit ihr apotropäische Kräfte und verwendete sie deshalb gerne für Amulette. Die Hand mit geschlossenem Daumen und Zeigefinger zeigt außerdem eine unmissverständliche Geste, die unter Verlobten benutzt wurde.

Anhänger oder Talisman in Form einer Hand, um 1600

Objekte kamen auf den unterschiedlichsten Wegen in die württembergische Kunstkammer. Neben Erbschaften waren Ankäufe, wie 1670/71 beim Steinschneider Johann Daniel Mayer, bedeutend. Dieser Deckelhumpen kam nachweislich 1670/71 in die Kunstkammer und stammt aus einem solchen Ankauf.

Deckelhumpen, Johann Daniel Mayer (nachgewiesen 1662-1675), Augsburg, ...

Wie in allen Kunstkammern waren Bildnisse auch in der württembergischen Sammlung von großer Bedeutung. Sie führten die vornehme Abstammung der Herzogsfamilie vor Augen und dienten insofern der Herrschaftslegitimation der Dynastie. Porträts von berühmten Männern und Frauen außerhalb der Familie belegten das historische Interesse und die Gelehrsamkeit des Sammlers.

Bildnis Johann Valentin Andreäs (1586-1654), 1648

Das Beobachten der Gestirne und ihrer sich zyklisch wiederholenden Bewegungen beschäftigt Menschen seit vorgeschichtlicher Zeit. Die Positionen von Himmelskörpern wurden für Kalenderberechnungen ebenso genutzt wie für Ortsbestimmungen zu Land und zur See. Auch die Zeitmessung mittels Sonnenuhren war bis zum Ende des 17. Jahrhunderts noch weit verbreitet.
Das komplexe Messgerät ist für die Seefahrt gedacht. Es besitzt eine äquatoriale Sonnenuhr, einen Kompass und eine Monduhr. Auf dieser kann das Mondalter, also die Mondphase eingestellt und damit auch die Zeit bei Nacht mit Hilfe des Schattenwurfes im Mondlicht bestimmt werden.

Klappsonnenuhr, Charles Bloud (um 1640 bis 1719), Dieppe/Frankreich, ...

Wie in allen Kunstkammern waren Bildnisse auch in der württembergischen Sammlung von großer Bedeutung. Sie führten die vornehme Abstammung der Herzogsfamilie vor Augen und dienten insofern der Herrschaftslegitimation der Dynastie.
Dieses Bildnis der Herzogin Elisabeth Friederike Sophie von Württemberg schuf der Miniaturmaler Juda Löw Pinhas (1727-1793) um 1750. Die Herzogin hält ein Ährenbündel und eine Sichel im linken Arm und ihre Frisur ist mit Blümchen und Ähren geschmückt.

Herzogin Elisabeth Friederike Sophie von Württemberg (1732-1780)

Wie in allen Kunstkammern waren Bildnisse auch in der württembergischen Sammlung von großer Bedeutung. Sie führten die vornehme Abstammung der Herzogsfamilie vor Augen und dienten insofern der Herrschaftslegitimation der Dynastie. Porträts von berühmten Männern und Frauen außerhalb der Familie belegten das historische Interesse und die Gelehrsamkeit des Sammlers.
Hinter Glas, in einer silbervergoldeten Kastenfassung mit Aufhängeöse liegt das Brustbild Kaiser Leopolds. Er trägt eine graue Allongeperücke und ist in Rüstung mit umgeworfenem hellbraunem Manteltuch abgebildet.

Anhänger mit Miniaturportrait von Kaiser Leopold I. (1658-1705)

Wie in allen Kunstkammern waren Bildnisse auch in der württembergischen Sammlung von großer Bedeutung. Sie führten die vornehme Abstammung der Herzogsfamilie vor Augen und dienten insofern der Herrschaftslegitimation der Dynastie.
Herzogin Henriette Marie von Württemberg trägt auf dem Miniaturbildnis ein kornblumenblaues Kleid mit enger Corsage und großem Ausschnitt. Mit ihrer linken Hand fasst sie einen Zipfel ihres karminroten, mit Hermelin gefütterten Mantels. Das Porträt liegt in einem mit schwarzem Leder bezogenen Etui, der Deckel ist mit roter Seide gefüttert.

Herzogin Henriette Marie von Württemberg (1702-1782)

Wie in allen Kunstkammern waren Bildnisse auch in der württembergischen Sammlung von großer Bedeutung. Sie führten die vornehme Abstammung der Herzogsfamilie vor Augen und dienten insofern der Herrschaftslegitimation der Dynastie. Porträts von berühmten Männern und Frauen außerhalb der Familie belegten das historische Interesse und die Gelehrsamkeit des Sammlers.
Das Miniaturporträt bildet König Gustav Adolf von Schweden in Rüstung mit breiter grüner Schärpe und weißem Spitzenkragen ab. Ihn umgibt die Umschrift: "GUSTAV ADOLPHUS REX SUECORUM".
Sein Bildnis liegt hinter Glas in einer hochovalen silbervergoldeten Kastenfassung mit schnurartiger Aufhängöse.

Anhänger mit Miniaturporträt Gustav Adolfs (reg. 1611-1632)

Bogenspannender Amor mit aufgesetzten Diamanten auf blauer Weltkugel.
Herzogin Barbara Sophia von Württemberg erwarb das Schmuckstück von dem Stuttgarter Juwelier Cohorst im Jahr 1609, der auch Schmuckhändler war. Eine Herkunft aus den Niederlanden ist aus Stilgründen wahrscheinlich.
Dieser Anhänger gehörte zu den Stammkleinodien des Hauses Württemberg.

Amor-Anhänger, niederländisch oder süddeutsch, um 1600

Die Wiedereinrichtung der Kunstkammer nach dem Dreißigjährigen Krieg war stark geprägt von der Erbschaft der Sammlung Guth von Sulz. 1653 ging die in der Zeit um 1600 zusammengetragene "Guth’sche" Kollektion in den Besitz Herzog Eberhards III. (reg. 1633-1674) über. Damit wandelte sich der Charakter der herzoglichen Kunstkammer: Während zuvor der Schwerpunkt auf repräsentativen Pretiosen lag, erhielt sie nun eine inhaltlich breitere Ausrichtung.
Dieser herzförmige Anhänger ist vorne verglast und zeigt einen sitzenden Christus mit Weltkugel. Arme und Kopf der Christusfigur sind beweglich.

Herzförmiger Anhänger aus Goldemail, um 1600

Die bewegte Geschichte der Kunstkammer spiegelt sich u. a. in ihren Objekten wider. Einige überstanden Kriege und wurden nach Straßburg "geflüchtet"; wie durch ein Wunder sind sie trotz hoher Fragilität noch erhalten. Andere waren Erinnerungen an erfolgreiche Jagden oder heldenhafte Ereignisse. Aber auch von Mord und Liebe zeugen sie oder standen symbolisch für die Sammelleidenschaft des jeweiligen Herzogs.

Getriebenes Silberrelief König Gustav Adolfs von Schweden in ...

Diese Pistole hat zwei Läufe und zwei Radschlösser. Damit bot sie in der Schlacht oder auf der Jagd die Möglichkeit, zwei Schüsse hintereinander abzugeben, ohne nachladen zu müssen. Läufe und Schlösser dieser Schusswaffen aus der württembergischen Kunstkammer sind floral ornamentiert.
Karl Friedrich Lebret beschrieb diese Waffen in seinem 1791/92 angelegten Kunstkammer-Inventar als „eine ganz eiserne doppelläufige Pistole“ (HStAS A20a Bü 151, fol. 177v, Nr. 76).
[Matthias Ohm]

Doppelläufige Radschlosspistole mit Ladestock, um 1600

In den Inventaren der Kunstkammer werden alle in der Ausstellung gezeigten Bronzen unter der Bezeichnung "antik" geführt. Tatsächlich handelt es sich um Kleinbronzen des 16. und 17. Jahrhunderts, die an antike Werke angelehnt sind und sie in verkleinerten Kopien, Teilrepliken oder freien Nachschöpfungen umsetzten. Wurden die Figuren im Glauben erworben, sie seien tatsächlich antik? Oder genügte die - wenn auch nur vage - Präsenz der Antike in der Kunstkammer?

Römischer Kaiser, nach antikem Vorbild, Italien, 17. Jahrhundert (?)

Arbeitsteilig hergestellt - ein Bildhauer lieferte das Wachsmodell, ein Gießer besorgte den Guss und ein Goldschmied übernahm das Ziselieren und Polieren der Oberfläche - sind Bronzen zwar kostbare Luxusgegenstände, gleichwohl ließen sich von einem Modell mehrere Güsse herstellen. So vermochte die Werkstatt von Giovanni Bologna, ihre Pferde und Stiere - unverzichtbare Statussymbole für den fürstlichen Sammler - gleichzeitig an eine ganze Reihe von Kunstkammern zu liefern. Die Stuttgarter Kunstkammer konnte sogar mit mehreren Exemplaren in unterschiedlichen Größen aufwarten.

Schreitender Stier, nach Giovanni Bologna (1529-1608), erste Hälfte ...