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Landesmuseum Württemberg Bauplastik aus der Pfarrkirche in Unterregenbach

Bauplastik aus der Pfarrkirche in Unterregenbach

In Unterregenbach bei Schwäbisch Hall befand sich in ottonischer Zeit ein größerer Klosterkomplex, von dem heute nur mehr einige erhaltene Reste der Bauplastik zeugen.

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Die Verwendung von Spolien, von Bauteilen älterer Gebäude, für Neubauten war seit der Antike gängige Praxis. Um 1200 schmückte der Ornamentstein, der mit einer Weinranke – Symbol für die Feier der Eucharistie und ein Verweis auf die Verbundenheit von Christus mit den Gläubigen – verziert ist, wohl ein Pfeilerkapitell oder die Kämpferzone einer Arkade. Später wurde der Sandsteinblock für die Errichtung des Fundaments der spätgotischen Pfarrkirche von Unterregenbach (Lkr. Schwäbisch-Hall) wiederverwendet. 1914 wurde das Fragment in der bereits 1581 abgebrochenen Nordwestecke der Pfarrkirche gefunden, ausgebaut und für die Altertümersammlung erworben.
[Sophie Rüth]

Ornamentstein mit Weinranke

Das Pyramidenstumpfkapitell steht in Zusammenhang mit weiteren Fragmenten von Bauplastik aus der sog. Großen Basilika von Unterregenbach bei Schwäbisch Hall (WLM 1960-334 bis -336 a-d). Auf allen vier Seiten stehen zwei siebenfingrige Palmetten, die sich an den Blattspitzen berühren. Diese Motivik geht auf byzantinische Vorbilder zurück, die in ottonischer Zeit - vermutlich über Venedig bzw. Italien vermittelt - Eingang in die nordalpine Kunst fanden.
[Ingrid-Sibylle Hoffmann]

Pyramidenstumpfkapitell aus Unterregenbach

Dieses Bruchstück eines zylinderförmigen Taufbeckens hatte bereits eine wechselhafte Geschichte hinter sich, als es im Jahr 1904 ins Lapidarium nach Stuttgart gebracht wurde. Der Sandsteinblock gehörte ursprünglich zur Ausstattung eines aus mehreren Bauten bestehenden sakralen Komplexes in Unterregenbach (Lkr. Schwäbisch Hall). Welcher der Basiliken der Taufstein zuzuordnen ist, bleibt jedoch ebenso unklar, wie die Bedeutung der Motive – Doppelarkaden und menschliche Köpfe – auf der Außenseite. Als die Ansiedlung im 15. Jahrhundert schließlich an Bedeutung verlor, stellte man den Taufstein zuerst in der Krypta der Pfarrkirche, dann im Pfarrgarten auf.
[Sophie Rüth]

Fragment eines Taufbeckens

Die Inschrift, die sich stilistisch ins 9./10. Jh. n. Chr. datieren lässt, stammt vermutlich wie weitere Architekturteile aus der sog. Großen Basilika eines ottonischen Klosterkomplexes in Unterregenbach.
Eine mögliche Ergänzung der Buchstabenfolge "ALVTEANIMAIL/MPERVENERVNT/ASCORVMBEAT" könnte lauten: "(PRO S)ALVTE ANIMA(E) IL(LIVS)/(PER QVE)M PERVENERVNT/(CORPOR)A S(AN)C(T)ORVM BEAT(ORVMQUE. . . .)" (Zum Seelenheil jenes Mannes, durch den die Körper der Heiligen . . . hierher kamen). Der Text nannte demnach den - nicht erhaltenen - Namen des Stifters, der Reliquien nach Unterregenbach brachte.
Der Stein war bis 1914 in der Außenwand der Pfarrkirche in Unterregenbach eingemauert und wurde von der ev. Kirchengemeinde Unterregenbach erworben.
[Ingrid-Sibylle Hoffmann]

Inschriftstein aus Unterregenbach

Das ionisierende Kapitell gehört zu einer Reihe von Fragmenten von Bauplastik aus der sog. Großen Basilika von Unterregenbach bei Schwäbisch Hall, die in ottonischer Zeit entstanden sind. Das präzise gearbeitete Kapitell ist aus Blättern und Ranken in unterschiedlicher Anordnung an Haupt und Nebenseiten gebildet. Es ähnelt einem weiteren Kapitell aus Unterregenbach (WLM 1960-336 c ), jedoch zeigt die obere Mittelblüte nur fünf Blätter. Beide Voluten sind auf der Vorderseite abgebrochen. Auf einer der Nebenseiten fehlen die kleinen seitlichen "Sprösslinge".

Ionisierendes Kapitell aus Unterregenbach

Die Säulenbasis stammt zusammen mit weiteren Bauteilen aus der Krypta der sog. Großen Basilika von Unterregenbach bei Schwäbisch Hall und ist wohl um 1000 entstanden. Der Säulenschaft ist nicht überliefert, jedoch scheint sich das zugehörende Kapitell (WLM Nr. 1960-333 a) erhalten zu haben.
Das vorliegende Bauteil wurde 1880 beim Neubau des Pfarrhauses in Unterregenbach im Füllschutt der Kryptenapsis einer ehemaligen Basilika gefunden und ins kgl. Lapidarium in Stuttgart gebracht.

Säulenbasis aus Unteregenbach

Das Relief zeigt ein nach rechts laufendes Fabeltier mit einem katzenartigen Kopf, zwei Vorderpfoten, zwei Flügeln und einem geringelten schlangenartigen Schwanz. Der Drachenstein entstand im 12. oder frühen 13. Jahrhundert, darauf deuten der sorgfältig bearbeitete Reliefgrund, die nach oben und unten abgesetzte Steinkante und der plastische Reliefstil hin. Solche Steine gehörten als Fassadenschmuck mit ihrem Unheil abwehrenden Motiven zum Baudekor romanischer Kirchenbauten, wo sie als Rahmung von Portalen oder als Teil eines Frieses unter der Dachtraufe dienten. In Unterregenbach muss der Basilisk zu der um diese Zeit neu errichteten Westwand mit vorgesetztem Turm gehört haben.
[Irina Staps]

Relief mit Basilisk

Unter dem Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde in Unterregenbach hat sich die Krypta einer Basilika erhalten, die Teil einer heute völlig verschwundenen ottonischen Klosteranlage war. Beim Neubau des Pfarrhauses im Jahr 1880 kamen im Füllschutt der Kryptenapsis Bauteile von vier Stützen zu Tage, die ins königliche Lapidarium nach Stuttgart gebracht wurden. Diese Basis gehört zu einem nicht mehr erhaltenen Pfeiler und ist vermutlich einem der Pyramidenstumpfkapitelle (Inv. Nr. 1960-335 oder Inv. Nr. 1960-334) zuzuordnen.
[Ingrid-Sibylle Hoffmann]

Pfeilerbasis

Über einer vorspringenden Leiste liegt ein Perlstab, darüber steht eine siebenfingrige, sechsfüßige Palmette, die seitlich zwei "Wurzeln" nach unten entläßt. Zwischen den zweiten und dritten Blattfingern entsprießt beiderseits je eine langstielige Knospe. Links erkennt man Spuren einer Nachbarpalmette, daneben steht auf dem Perlstab ein bossenartiges, rund geschlossenes Gebilde.
Der romanische Ornamentstein stammt aus einem Fries und war später als Spolie in der Mauer rechts oberhalb der Sakristeitür der Unterregenbacher Pfarrkirche vermauert. 1914 wurde er ausgebaut und zusammen mit weiteren Steinen (WLM 14168 b-d und 14168 f-h) von der evangelischen Kirchengemeinde Unterregenbach erworben.
[Ingrid-Sibylle Hoffmann]

Ornamentstein mit Palmette und Perlstab

In Unterregenbach bei Schwäbisch Hall befand sich einst ein größerer Klosterkomplex, von dem heute nurmehr Reste der Bauplastik zeugen. Das vorliegende Kapitell ist der sog. Großen Basilika zuzuordnen, die in der Zeit um 1000 entstanden sein wird.
Auf allen vier Seiten stehen zwei siebenfingrige Palmetten, die sich an den Blattspitzen berühren. Der Kapitellkörper ist allseits leicht auswärts gebogen. Das aus vielen Bruchstücken zusammengesetzte Kapitell wurde 1880 zusammen mit einem weiteren (WLM 1960-334) ins königliche Lapidarium gebracht. Es ist jedoch unklar, ob die beiden Kapitelle damals mit anderen Kapitellfunden in der zugeschütteten Kryptenapsis der ehemaligen Basilika von Unterregenbach ausgegraben wurden oder bis dahin im Pfarrgarten von Unterregenbach "als Untersatz für einen Blumenstock" dienten.
[Ingrid-Sibylle Hoffmann]

Pyramidenstumpfkapitell aus Unterregenbach

Im Landesmuseum Württemberg wird eine ganze Reihe von Bauteilen aus einem ottonischen Klosterkomplex bewahrt, der sich einst in Unterregenbach bei Schwäbisch Hall befand (vgl. v. a. WLM 1960-336 a-d). Das vorliegende Fragment einer Säulentrommel stammt möglicherweise von einer Säule in Chornähe der sog. Großen Basilika in Unterregenbach. Es wurde 1904 von der dortigen evangelischen Kirchengemeinde dem Lapidarium in Stuttgart überwiesen.

Säulentrommel

Das Relief aus Sandstein zeigt einen stark beschädigten, frontal wiedergegebenen, vorn abgeflachten Kopf, von dem nur die großen Augen und der Umriss mit Haarkappe und vorspringenden Ohren zu erkennen sind. Eine runde Nische umgibt ihn wie ein Heiligenschein. Der Kopf war nicht als Teil einer ganzen Figur vorgesehen, vielmehr kann er mit Friesen aus aneinandergereihten Köpfen in Verbindung gebracht werden, welche als Dekorationselemente an spätromanischen Kirchen auftreten. Der Stein entstand im 12. oder frühen 13. Jahrhundert und stammt vom Glockenturm an der Westseite der Pfarrkirche in Unterregenbach, wo er 1914 ausgebaut wurde.
[Irina Staps]

Relief mit männlichem Kopf

Der fast quadratische Sandstein, der zu einem 1914 erworbenen Konvolut von Spolien (Inv. WLM 14168 a-i) aus der Pfarrkirche in Unterregenbach (Lkr. Schwäbisch-Hall) gehört, ist mit einem figürlichen Relief verziert. Die im Profil wiedergegebene Figur ist durch den eingeritzten Nimbus einen Palmzweig als heiliger Märtyrer erkennbar. Die stilistische Einordnung des Reliefs gestaltet sich dagegen schwierig. Die Profilstellung einer Märtyrerfigur findet sich vor allem in karolingischen Fresken, wohingegen die niedrige Stirn und die abgerundete Nase eher auf die Romanik verweisen. Vermutlich entstand das Relief zusammen mit den anderen bauplastischen Arbeiten aus Unterregenbach zwischen dem Ende des 10. und dem Anfang des 11. Jahrhunderts.
[Sophie Rüth]

Relief mit Heiligenbüste

In Unterregenbach bei Schwäbisch Hall befand sich in ottonischer Zeit ein größerer Klosterkomplex, von dem heute nurmehr Reste der Bauplastik zeugen. Dieses Bruchstück eines Ornamentsteines stammt aus einem Palmettenfries. Die wirtelförmige Perle grenzt rechts an einen Rechteckblock, der den Abschluss des Frieses markierte. Auf dem Perlstab sieht man Spuren einer Palmette wie bei einem weiteren Ornamentstein in der Sammlung des Landesmuseum (WLM 14168 a).

Ornamentstein mit Perlstab