museum-digitaldeutschland

Close

Search museums

Close

Search collections

Kunstgewerbemuseum [1884,1688]

Vorderwand einer Frontstollentruhe

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=1904343&resolution=superImageResolution#4518557 (Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin / Stephan Klonk (CC BY-NC-SA)

Description

Die Truhenfront ist das prächtige Fragment eines über 600 Jahre alten Kastenmöbels. Als romanisch anmutende Stollentruhe – ein Typus der Ende des 12. Jahrhunderts aufkam – war sie aus vier breiten senkrechten Eckstollen und waagerecht dazwischen gesetzten mächtigen Brettern gefügt und von einem Deckel mit außen aufgesetztem Schloss versperrt. Dabei sind die Bohlen mit der Axt aus dem Stamm gespalten und nicht gesägt, die einzelnen Teile in Nuten zusammengesteckt und nicht gezinkt – insgesamt das Zeugnis einer archaisch anmutenden Möbelkultur. Die dünnen Seitenwände waren nach oben einwärts geneigt und außen mit einem Gitter von waagerecht und senkrecht aufgelegten Riegeln verziert, der Deckel wohl flach gewölbt, die Stollen unten länger und die Truhe also einiges höher.
Bei der „Biestertruhe“ ist die Front mit Medaillons von heraldischen Tierbildern und Fabelwesen bedeckt. Ungeachtet der Konstruktion liegen zwanzig Rondos in drei Reihen übereinander, ohne die architektonische Gliederung späterer, mit gotischen Wimpergen und Maßwerkarchitekturen kombinierter Exemplare. Darunter kauerten zwei Drachen – ihre Leiber in den Zwickeln fehlen, allein die Schweife laufen in Ranken aus. Die Medaillons orientieren sich an romanischen Mustern, wie sie durch orientalische und byzantinische Seidenstoffe und Elfenbeinkasten bekannt waren und in den Norden auch durch norditalienische Steinmetze überliefert wurden.
Das mehr durch Ausstechen des Grundes als durch Modellierung gebildete Relief der Medaillons ist durch Punzierungen geschmückt und trägt Reste von Farbigkeit. Das Eichenholz zeigt ganz ungleiche Spuren des Alters: der Kontakt mit dem Fußboden, die Konstruktion, die ursprüngliche Lage der Bohlen im Baumstamm und der jahrhundertelange Gebrauch – sie alle tragen zur unterschiedlichen Erhaltung bei. AS

Entstehungsort stilistisch: Niedersachsen

Material/Technique

Eichenholz, gespalten, geschnitzt und gepunzt; Reste von Farbfassung

Measurements

Höhe x Breite: 92 x 163 cm

Created ...
... When [About]

Links / Documents

Object from: Kunstgewerbemuseum

Das 1867 gegründete Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin ist das älteste und größte seiner Art in Deutschland. Es beherbergt ...

Contact the institution

[Last update: ]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.