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Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst Museum für Byzantinische Kunst [586]

Hifthorn

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=1409070&resolution=superImageResolution#2618278 (Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Jürgen Liepe (CC BY-NC-SA)

Description

Das aus dem Ende des Elefantenzahns gewonnene und innen hohle Hifthorn wurde von unterschiedlichen Schnitzerhänden innerhalb eines längeren Zeitraums bearbeitet. Die schmalen Ornamentbänder seitlich der Ringe lassen deutlich den Einfluss der hoch entwickelten fatimidischen Ornamentierkunst Ägyptens der Zeit um 1100 erkennen. Das breite und etwas abgetiefte, in der Ausführung härter und schematischer wirkende Ornamentband nahe der Mündung weist eher auf sizilische Einflüsse aus dem 12. Jh. hin. Hingegen belegen die Jagdszenen auf dem ursprünglich glatt belassenen Mittelstück, die in einem deutlich tiefer liegenden Relief ausgeführt sind, die Vertrautheit eines wohl erst im 12. Jh. tätigen dritten Schnitzers mit Stil und Vorbildern der byzantinischen Kunst. Auf drei umlaufende Zonen verteilt sind hier eine Löwen-, eine Hirsch- und eine Bärenjagd dargestellt, bereichert um landschaftliche Elemente (Bäume) und – gelegentlich – um einen Kranich. Die einzelnen Szenen entfalten sich erst, wenn man das Horn in Händen hält und von allen Seiten betrachten kann. Das Nebeneinander verschiedener Stile legt die Vermutung nahe, dass das Hifthorn in Unteritalien oder Sizilien entstand. Doch wurde auch Venedig vorgeschlagen, das ein ähnlicher Schmelztiegel aus orientalischen und byzantinischen Anregungen war. Die nachträgliche Ausarbeitung der Jagdszenen lässt erkennen, dass das Horn mehrfach den Besitzer gewechselt hatte. Die ursprüngliche Funktion der Olifanten war lange umstritten. Das spitze Ende weist eine Öffnung und einen Kanal auf, der mit der Pulpahöhle verbunden ist. Versuche, das Horn auch ohne aufgesetztes Mundstück zu blasen, ergaben einen tiefen und eindrucksvollen Ton, womit sich belegen lässt, dass derartige Hifthörner bei der Jagd benutzt worden sind. Jedenfalls muss es spätestens zu dem Zeitpunkt, als die Jagddarstellungen ausgeführt wurden, diesem Zweck gedient haben.
(Arne Effenberger)

Entstehungsort stilistisch: Süditalien oder Sizilien (?)

Material/Technique

Elfenbein, Ringe und Kette aus Eisen

Measurements

Durchmesser: der Schallöffnung max. 10,1 cm; Länge: 51 cm; Durchmesser: der Blasöffnung 0,8 cm

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Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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