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Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) Sammlung Fotografie moderne_digital [MOSPhFi00038]

Moritzburg, Torturm schräg von unten

Moritzburg, Torturm schräg von unten (Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) (CC BY-NC-SA)

Description

Werkgruppe Magistrat:
"Die Photographien dieser größten Werkgruppe des Nachlasses von Hans Finsler entstanden mehrheitlich im Auftrag einzelner Verwaltungsbereiche des Magistrats der Stadt Halle: Jugend-, Hochbau-, Verkehrs- und Nachrichtenamt. Sie dienten neben Dokumentationszwecken in erster Linie der Selbstdarstellung des städtischen Gemeinwesens in lokalen Publikationen (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Stadtführer, Ansichtskarten) und bei Ausstellungen wie der Dresdner Hygieneausstellung von 1930.
Finslers Leistung würdigte das Verkehrs- und Nachrichtenamt: "Herr Finsler hat es, wie die zahlreichen Aufnahmen beweisen, die in der Verkehrswerbung der Stadt Halle eine große Rolle spielen, ausgezeichnet verstanden, die Schönheit unserer Stadt dem Auge vorzuführen und den Pulsschlag unserer Wirtschaft in seinen herrlichen Aufnahmen fühlen zu lassen" (Hallische Nachrichten, 2.2.1932)." (Bruno Thüring in: Hans Finsler, Neue Wege der Photographie, Hrsg. im Auftr. der Staatlichen Galerie Moritzburg, Halle von Göltz, Klaus E.; Immisch, Theo; Romanus, Peter; Wendelberger, Axel, Leipzig 1991, S. 198)

Zu diesem Foto:
Die Geschichte der Moritzburg ist eng mit der Geschichte der Stadt Halle verbunden. Bereits im 13. Jahrhundert gelang es der starken Pfänneraristokratie, die Stadt durch den Kauf von Freiheiten und Privilegien immer mehr vom Einfluss des Landesherren, dem Erzbischof von Magdeburg, zu befreien. 1263 hatte Halle praktisch schon die politische Autonomie erreicht.
Im 15. Jahrhundert entwickelte sich aus den wichtigen Handwerksinnungen eine Opposition, die nach Sitz und Stimme im Rat strebte, der vom alten städtischen Patriziat, den Pfännern, beherrscht wurde. Die Opposition verbündete sich mit dem Landesherren und öffnete 1479 den erzbischöflichen Truppen die Stadttore. Nach kurzer Gegenwehr zog der erst 14-jährige Erzbischof Ernst von Wettin in die Stadt ein. Den Untergang der städtischen Freiheit besiegelte die auf dem Calber Landtag 1479 erlassene Regimentsordnung. Der Beschluss lautete: … sondern Verzug bei oder in Halle ein festes Schloss zu erbauen, um die Stadt besser in Gehorsam, Unterwürfigkeit und Ruhe zu erhalten.
Unverzüglich wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Im April 1479 begannen erste Vermessungsarbeiten. Die Suche nach einem passenden Standort gestaltete sich aber aufgrund der schlechten Bodenbeschaffenheit als schwierig. Man fand ihn dann nicht mehr außerhalb, sondern unter Einbeziehung der Stadtmauer auf dem Gelände des ehemaligen Judendorfes im Nordwesten der Stadt. In einer festlichen Prozession am 25. Mai 1484 legte Erzbischof Ernst persönlich den Grundstein zu seiner neuen Residenz, einem festen Schloss, das nach dem Schutzpatron des Landes, St. Mauritius, Moritzburg benannt wurde. Ernst von Wettin und, die Pläne erweiternd, sein Nachfolger Albrecht von Brandenburg haben mit der Moritzburg erstmals in Deutschland ein Residenzprogramm entwickelt.
Die Moritzburg zeigt Formen der ausklingenden Gotik. Doch der fast regelmäßige Grundriss, das einheitliche Geschossniveau und die repräsentative Wirkung der horizontal betonten Fassaden belegen, dass es sich um eine frühneuzeitliche Anlage handelt. Die Moritzburg kombiniert die Begriffe Festung und Schloss. Sie vereint die repräsentativen Wohnbedürfnisse und den Wehrzweck.
Die Bauleitung hatte zu Beginn der aus Ostpreußen stammende Peter Hanschke inne. Andreas Günther, Generalbaumeister der Erzbistümer Mainz und Magdeburg, legte ab 1533 erweiterte Wälle und Schanzen und wohl auch die niedrigen runden Bastionen an der Ostseite an. Der Entwurf für die Magdalenenkapelle wird Ulrich von Smedeberg zugeschrieben.
Am 25. Mai 1503 konnte Erzbischof Ernst in den imposanten Bau einziehen. Seine ARX INSUPERABILIS (unüberwindliche Festung) finanzierte er vor allem aus den 1479 eingezogenen Solgütern der halleschen Pfänner. Der Bau hatte, so verkündete Ernst auf dem Landtag 1507 gegenüber den Ständen, über 150.000 Gulden gekostet.
Finsler nahm den Tortum, der den Eingang zur Moritzburg überragt, aus dieser steilen, ungewöhnlichen Untersicht auf.

Material/Technique

Silbergelatine

Measurements

150 x 100 mm

Image taken ...
... Who:
... When
... Where

Relation to time

Part of

Literature

Keywords

Image taken Image taken
0 - 1930
[Relation to time] [Relation to time]
1140 - 1500
[Relation to time] [Relation to time]
1400 - 1650
1932

Object from: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Seit 1904 ist in der Moritzburg das hallesche Kunstmuseum untergebracht, zunächst nur mit seinen kunsthandwerklichen Beständen, ab 1921 auch mit ...

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