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Kreismuseum Bitterfeld DDR-Zeitzeugen-Vortrag von Dr. Ernst Paul Dörfler

DDR-Zeitzeugen-Vortrag von Dr. Ernst Paul Dörfler

About the Event

Am Mittwoch, den 26. Februar 2020, 14:00 Uhr, lädt das Kreismuseum Bitterfeld zum DDR-Zeitzeugen-Vortrag des Naturwissenschaftlers, freischaffenden Autoren und Umweltschützers Dr. Ernst Paul Dörfler aus Steckby ein.

Dörfler, 1950 in Kemberg geboren, studierte Ende der 1960er bis Anfang der 1970er Jahre Chemie an der Technische Hochschule in Magdeburg. Nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent promovierte er 1977 zum Doktor der Naturwissenschaften. Ab 1978 war Dörfler für vier Jahre als Ökochemiker am Institut für Wasserwirtschaft in Berlin und Magdeburg. Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit erarbeitete er mehrere Umweltstudien zur ökologischen Situation in der DDR, die umgehend vom Umweltministerium der DDR zur geheimen Verschlusssache erklärt wurden. Die ihm aufgedrückte Schweigepflicht und die Unmöglichkeit zur Veröffentlichung dieser Arbeiten waren der Grund, dass er ab 1983 freiberuflich Umweltaufklärung betrieb, worauf er unter ständiger Beobachtung durch das Ministerium für Staatssicherheit stand.
Unter nicht einfachen Bedingungen veröffentliche Dörfler Ende 1986 das Buch „Zurück zur Natur?“ – Mensch und Umwelt aus ökologischer Sicht – Diese Publikation verbreitete sich rasch in den Kreisen der DDR-Umweltbewegung. 1989 gehörte er zu den Mitbegründern der Grünen Partei in der DDR, die er am Zentralen Runden Tisch vertrat. Bei der letzten und ersten freien Volkskammerwahl 1990 wurde Dörfler zum Abgeordneten gewählt. Bis Dezember 1990 vertrat er das Bündnis90/Die Grünen im Bundestag. Heute setzt er sich im Bund für Umwelt und Naturschutz ein.

Diese Episoden seiner Biografie hat er in seinem neuen Buch „Nestwärme“ (Hanser-Verlag München) verarbeitet, das es 2019 auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat und aus dem Dörfler kurze Passagen in Wort und Bild vorstellen wird. Daneben bespricht er den Runden Tisch, die DDR-Volkskammer sowie die Umweltbewegung.

Alle Interessierten und Museumsfreunde sind herzlich eingeladen. Der Eintritt beträgt 2,50 € bzw. 1,50 € ermäßigt. Um Voranmeldung wird gebeten.