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Filmmuseum Potsdam Filme Amateurfilmzentrum Bernau

Collection: Filme Amateurfilmzentrum Bernau ( Filmmuseum Potsdam )

About the collection

Die Ursprünge des Amateurfilmzentrums Bernau reichen vermutlich bis in die Mitte der 1960er Jahre zurück. Im Filmbestand finden sich die Produktionen „Nicht mehr Abseits“ (1967) und "Dein Ja der Verfassung" (1968) die respektive von der Arbeitsgruppe I der Kreisarbeitsgemeinschaft Amateurfilm Bernau und dem Kreis-Amateurfilm-Studio Bernau gedreht wurden. Aufgrund namentlicher Übereinstimmungen bei den mitarbeitenden Amateuren lässt sich vermuten, dass es sich hierbei um mögliche Vorgängerinstitutionen des Amateurfilmzentrums handeln könnte.
Unter der Leitung von Armin H. Liersch profilierte sich das Amateurfilmzentrum Bernau - das beim VEB Plast‐ und Schichtpreßstoffwerk (SPW) Bernau angesiedelt war – in den 1970er Jahren dann zu den künstlerisch herausragenden Amateurfilmgruppen der DDR. Dazu trug auch die Mentorentätigkeit von DEFA-Regisseur Konrad Wolf bei, der 1945 als 19-jähriger für zwei Tage als Stadtkommandant von Bernau eingesetzt wurde und seit 1975 Ehrenbürger der Stadt war. In diesem Zusammenhang entstanden beim Amateurfilmzentrum die beiden Reportagen „Lokaltermin“ (1975) und „Konrad Wolf – Dafür will ich gebraucht werden“ (1983). Die 40-minütige Reportage aus dem Jahr 1983 gehört zu den wichtigsten Produktionen des Amateurfilmzentrums und lief laut Leiter Armin H. Liersch auch im 1. Programm des Fernsehens der DDR.
Die Räumlichkeiten des Studios befanden sich im Kreiskulturhaus in der heutigen Breitscheid Straße in Bernau, in dem die Amateure zwei Räume in der oberen Etage des Gebäude nutzten und sich nach eigenen Angaben einmal pro Woche trafen.
Die Filme, alle auf 16mm Film gedreht, behandeln vorrangig lokale Themen wie z.B. die Stadthistorie von Bernau („Bürger, Häuser und Geschichten“ von 1978) oder die Übungen der Kampfgruppenhundertschaft Bernau („AKTION ,Waldfrieden‘“ von 1974). Für die Auswahl der Themen gab es nach eigenen Angaben „Richtlinien“, sodass heikle Themen vermieden wurden. Auch der Geldgeber/Träger, der VEB Plast‐ und Schichtpreßstoffwerk, prüfte die Themenvorschläge.
Laut eigenen Angaben gab es keine Filmaufführungen außerhalb der offiziellen Wettstreite. Treffen und Kontakte zu anderen Amateurfilmern gab es auch wenige.
Neben Armin H. Liersch gehörte auch Lilo Vorwerk zur Leitung des Amateurfilmzentrums. Weitere Mitglieder waren u.a. der Fotograf und Kameramann Herbert Kaulisch, der Arzt Udo Grzemba (Kameramann beim Amateurfilmzentrum, später Kameraassistent beim DFF und freiberuflicher Kameramann bei Barnim TV) sowie dessen Ehefrau Marina Grzemba (u.a. für den Tonbereich zuständig). Marina Grzemba übergab nach dem Tod ihres Mannes des Filmbestand des Amateurfilmzentrums an das Filmmuseum.
Die Filme des Amateurfilmzentrum Bernau sind im Filmmuseum Potsdam überliefert. Teile des 610 Filmrollen umfassenden Bestandes wurden Ende 2015 im Rahmen des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg geförderten Projektes "Regionale Bilder auf Filmen (1950-1990)" erschlossen und digitalisiert.

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