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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Glas [XIII 1027]

Humpen

Humpen (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (CC BY-NC-SA)

Description

Stange aus grünstichigem Glas, Fußring mit weißer Stichpunktreihung. Auf der Wandung in polychromer Emailmalerei das brandenburgische Wappen mit Szepter im Herzschild und reicher Helmzier. Die sieben Helme aus Blattgold mit schwarzer Binnenzeichnung. Auf der Rückseite die Inschrift in weißem Email, breit angelegt: "Johann Sigismund von / Gottes gnaden Marggraff zu Bran / denburg. Des Hey: Röm: Reichs Ertz [hier blaue Farbtupfer, spätere Zutat?]/ Cammerer und Churfürst in Preus: / sen. Zu Jülich Cleve, Berge, Stettin / Pommern der Cassuben und Wenden auch in Schlesien zu Crossen und Jaeger / dorff Hertzogk. Burggraff zu Nürnbergk / Fürst zu Rügen Graff zu der Marck und Ravens[p]urgk / Herr zu Rauenstein etc." Unterhalb des Mündungsrandes ein von blauer und weißer Perlborte gerahmtes Goldband mit blauen Punkten, jeder zweite von einem weißem Perlkreis umgeben auf radiertem Blattgold.
Wappendarstellung und Bezeichnung sprechen dafür, dass es sich um eine Bestellung Johann Sigismunds für die Hofkellerei bei einer einheimischen, kurfürstlichen Glashütte handelt. Die gelistete Reihe seiner Ränge datiert das Glas auf die Zeit zwischen 1612 und 1619. Damit kommt lediglich die Glashütte Marienwalde als Manufaktur in Frage, seit 1607 Hofglashütte der brandenburgischen Kurfürsten (vgl. Humpen, datiert 1609, Schmidt, Das Glas, 1922, Abb. 111, S. 205; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Abb. 2, S. 17). Ein sehr ähnliches Glas auf Georg Wilhelm, den ältesten Sohn Johann Sigismunds, datiert 1632, ehemals Hohenzollern Museum Berlin, ist verschollen, könnte aber noch von demselben Glasmaler stammen (vgl. ebenda, Taf. 2.1). Namentlich sind die Marienwalder Glasmacher mangels überlieferter Quellen nicht bekannt. Die relevanten Kirchenbücher sind bei einem Brand 1750 verbrannt. Der Humpen befand sich wohl seit dem frühen 17. Jahrhundert im Besitz der Kurfürsten und Könige von Sachsen, seit 1918/1924 im Besitz des Familienvereins Haus Wettin, Albertinische Linie e. V., seit 1946 Eigentum der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, seit 1968 Kunstgewerbemuseum, 1999 Rückgabe an das Haus Wettin, dann Verkauf durch die Kunsthandlung Gertrud Rudigier, München. [Susanne Evers, Verena Wasmuth]

Material / Technique

Glas / mundgeblasen, emailbemalt

Created ...
... who:
... when
... where

Relation to persons or bodies ...

Tags

[Last update: 2018/12/10]

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