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Antikensammlung [IvP 381 D]

Fragment einer Ehreninschrift für Kaiser Augustus

http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=ImageAsset&module=collection&objectId=725162&resolution=superImageResolution#1470204 (Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske (CC BY-NC-SA)

Description

Die Inschrift besteht aus fünf Quadern, davon drei fragmentiert, die oben mit einem teilweise erhaltenen lesbischen Kyma abschließen. Ober- und Unterseiten weisen Dübel- und Klammerlöcher auf; bei Fragment D ist an der Unterseite eine Anathyrose erkennbar. Die antik gespitzten Lagerflächen sind zum Teil erhalten. Fragment E zeichnet sich durch eine rechtwinklige, über die gesamte erhaltene Höhe gehende Ausarbeitung an der rechten Nebenseite sowie eine antike Versatzmarke (.ΔΝ) auf der Oberseite aus.
Die kleinformatigen Quader mit Klammerlöchern auf den Unterseiten sprechen für eine Zweitverwendung vorhandener Werkstücke. Neben der Zuweisung der Inschrift zu einer längeren Basis kommt wegen der der Ausarbeitung an der rechten Nebenseite von Fragment E auch eine Verwendung der Inschrift in einem architektonischen Verbund in Betracht.
In der zu seinen Lebzeiten angefertigten Inschrift wird Augustus als »Gottes Sohn«, »Gott« und »Aufseher über die gesamte Erde und das Meer« bezeichnet. Mit dem Namensbestandteil »Gottes Sohn« in der Titulatur ist eigentlich gemeint »Sohn des Vergöttlichten (Caesar)«, der sein Adoptivvater war. In frühbyzantinischer Zeit wurde dies offenbar im christlichen Sinne interpretiert und zwischen den beiden Zeilen des Blockes C, der die entsprechende Formulierung enthält, ein Kreuzzeichen eingeritzt.
Der Kult für lebende Herrscher war im Osten des Römischen Reiches bereits seit Alexander dem Großen üblich, der als Sohn des Zeus verehrt wurde. In Pergamon wurde Augustus (und der Roma) ein von der ganzen Provinz Asia getragener Tempel errichtet, in dem er als Gott verehrt wurde.
Die Formulierung »Aufseher über die gesamte Erde und das Meer« begegnet ähnlich noch auf einer zweiten pergamenischen Inschrift in Berlin (Antikensammlung SMB, IvP 383). Sie ist Ausdruck des Weltherrschaftsanspruchs des Augustus und knüpft sowohl in Formulierung als auch Anspruch an Alexander des Großen an.

Katalog zur Ausstellung "Pergamon - Panorama der antiken Metropole" 30.09.2011 - 30.09. 2012 (S. Brehme: Kat. Nr. 10.9).

Fundort: Umgebung des Großen Altars (Türkei / Pergamon / Großer Altar)

Material/Technique

Grauer Marmor

Measurements

Objektmaß: 20,5 x 49 x 19,5 cm

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Antikensammlung

Object from: Antikensammlung

Die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin gehört zu den bedeutendsten Sammlungen für antike griechische und römische Kunst in der Welt....

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